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Wer genau hinschaut, sieht Fassade

Ich lese bei Franz Sommerfeld auf LinkedIn einen interessanten, nüchternen, fast feuilletonistisch ruhigen Beitrag über ein aktuelles Interview der „Zeit“ mit Ulf Poschardt. Sommerfeld verweist auf eine Kolumne der FAS-Feuilleton-Chefin Julia Encke, die deutlich bissiger formuliert und völlig zu Recht fragt, was da eigentlich passiert: Warum wird jemand wie Poschardt in großen Medien teilweise eher als atmosphärisches Ereignis behandelt als als Gegenstand kritischer Analyse?

Von Hardy Prothmann

Worum geht es hier eigentlich noch? Um Inhalte? Um Erkenntnis? Um journalistische Leistung? Um Wissen? Um Analyse?

Melanie Amann ging zu Ben Berndt und macht daraus ebenfalls ein Medienereignis.

Klare Antwort: Es geht um Aufmerksamkeit. Um Reichweite. Um Klickdynamik. Um Publikumsbewegung.

Berndt ist ein Zweit- und Drittverwerter

Ben Berndt etwa wird behandelt wie ein medienkulturelles Phänomen. Warum eigentlich? Was hat er denn journalistisch gehoben? Welche Biografie hat er freigelegt? Welche Recherche hat er selbst hervorgebracht? Welches Thema hat er originär erschlossen? Weiterlesen