Ben Berndt und Melanie Amann hatten gute Gründe, dieses Gespräch zu führen. Berndt konnte demonstrieren, dass er mehr ist als ein AfD-naher Resonanzverstärker mit Höcke-Bonus. Amann wiederum bekam die Chance, mit einem der derzeit sichtbarsten Gegenöffentlichkeitsformate direkt in Kontakt zu treten — und womöglich Reichweite außerhalb klassischer Medienmilieus zu erschließen. Das Interesse war also gegenseitig. Die Anschlussfähigkeit offenbar deutlich geringer. Denn je länger das Gespräch dauerte, desto sichtbarer wurde: Beide sprechen zwar über Öffentlichkeit, Journalismus und Verantwortung — meinen damit aber fundamental unterschiedliche Dinge. Und genau darin liegt der eigentliche Erkenntniswert dieses bemerkenswert höflichen „Showdowns“.
Von Hardy Prothmann
422.000 Aufrufe und mehr als 20.000 Kommentare für Teil 1 des Gesprächs zwischen Melanie Amann und Ben Berndt auf dem Kanal von „ungeskriptet“. Dagegen bislang rund 34.000 Aufrufe und etwa 2.200 Kommentare für Teil 2 auf Melanie Amanns neuem Funke-Format „Amann unframed“. Dazu kommen 942.000 Abonnenten bei „ungeskriptet“ gegenüber rund 34.000 bei „unframed“.
Allein diese Zahlen erzählen bereits die eigentliche Geschichte. Denn sie zeigen nicht nur Reichweite. Sie zeigen die Grenzen der Reichweite.
Björn Höcke liegt inzwischen bei knapp 5,6 Millionen Aufrufen. Holger Friedrich überschritt die 600.000. Joachim Steinhöfel liegt bei rund 578.000. Melanie Amann dagegen bleibt bislang weit darunter.
Das ist nicht einfach ein normaler Reichweitenunterschied. Es deutet auf ein asymmetrisches Aufmerksamkeitsmodell hin.
Und es belegt: Nicht „ungeskriptet“ hat 5,5 Millionen gezogen – es war Höcke.